Die neue Staffel in der 2. Kreisklasse Warnow

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- Der freie Klub - Ganz unten anfangen, um Fußball ins 21. Jahrhundert zu holen: Der neugegründete IFC Rostock von 1899 kickt gegen Rassismus und Sexismus

Als König Fußball hierzulande noch als »Fußlümmelei« verpönt war, gründeten vor 117 Jahren Menschen unterschiedlicher Herkunftsländer und sozialer Schichten den Internationalen Fußballclub Rostock von 1899. 1901 reiste der IFC als erste Mannschaft Mecklenburgs zu einem internationalen Spiel nach Nyköping, Schweden. Es gab ihn in dieser Form bis 1914. In jenem Jahr fusionierte er mit anderen Rostocker Vereinen und wechselte den Namen. Schließlich wurde er von den Nazis aufgelöst.

Nun aber gibt es ihn wieder – kosmopolitisch, solidarisch und basisdemokratisch aufgestellt. 2014 keimte die Idee der Wiedergründung, 2016 wurde es amtlich. Und nun kickt der IFC in der zweiten Kreisklasse Warnow, der untersten Liga, in der jeder neue Verein anfangen muss. Absteigen kann man daraus nicht, nur aufsteigen, wenn’s denn mal geht.

Die Kreisklasse hat gerade Winterpause. Nach elf Spieltagen (es gibt nur zwölf Mannschaften) befindet sich der IFC auf dem siebten Platz, nach vier Siegen, zwei Unentschieden und fünf Niederlagen (Torverhältnis 34:20). Die ersten drei Spiele wurden allesamt vergeigt, aber dann platzte der Knoten, und es gab regelrechte Kantersiege, 5:1 gegen den TSV Bützow und 10:1 beim Tabellenletzten TSV Rostock 2011. Der hat aber auch sonst noch kein einziges Spiel in dieser Saison nicht verloren (Torverhältnis 7:83).

Der IFC versteht sich als politischer Klub, das Vereinsmotto lautet: »Kein Mensch ist illegal - Fußball in Rostock bleibt international«. Bei der wahrhaft historischen Heimpremiere im August gegen den Staffelfavoriten FC Nebelküste Rostock (mittlerweile zehn Siege in zehn Spielen, Torverhältnis 73:5) wurden vor dem Anpfiff extra angefertigte rote Karten mit dem Schriftzug »Rostock gegen Rassismus« verteilt. Auch vor dem letzten Heimspiel solidarisierte sich der IFC mit Verfolgten in der Türkei unter Erdogan auf einem Transparent mit dem Text: »Schulter an Schulter gegen Faschismus!« Da der Verein noch keinen Sponsor hat, prangt auf den Trikots das Vereinslogo mit Anker und dem Schriftzug »Refugees welcome«.

Künftige Sponsoren sollten dem Leitbild des Vereins entsprechen, sagt Thomas Liebig, Sprecher des Klubs. Mit seinen gegenwärtig 65 Mitgliedern definiert sich der IFC als antirassistisch und antisexistisch. Das ist linker Konsens. Das Besondere aber ist das Konzept eines hierarchieschwachen oder besser gesagt -freien Zusammenklubs im Fußball: »Unser Verein ist eine Art Experiment. Unsere Mannschaft trainiert ohne Trainer bzw. Trainerin vollkommen autonom. Das Training wird von den Spielern selbst und basisdemokratisch erarbeitet. Dadurch fühlt sich niemand übergangen, und es wird gemacht, was die Mannschaft für richtig hält«, erklärt Liebig.

Doch auch ein solcher Verein muss dem DFB beitreten, um in dessen Ligen spielberechtigt zu sein, »leider ist das ein Muss«, sagt Liebig. Dazu kommen noch Pflichtmitgliedschaften im Landes- und Stadtsportbund. Die Startgebühr für die Kreisklasse des DFB beträgt 100 Euro. Und man muss einen Schiedsrichter stellen. In den niederigen Ligen sind das in der Regel sehr junge oder sehr alte Menschen. »Anstatt über die Schiedsrichter zu meckern, sollten wir lieber auf uns achten und über uns meckern«, meint Liebig.

Das klingt sehr sportlich. Ein Problem aber macht dem IFC zu schaffen: die Platzwahl. Zwar war der historische IFC der erste Mecklenburger Verein mit eigenem kleinen Stadion, doch dieses wurde vom damaligen Mecklenburger Herzog abgerissen, um an dieser Stelle ein Universitätskrankenhaus zu bauen. Und auch der zweite Platz des IFC, »Am Waldessaum«, der in Eigenregie errichtet wurde, gehört heute zur Universität, weshalb dort der Universitäts-Fußballclub Arminia Rostock kickt. Der neue IFC wollte ebenfalls dorthin, das wurde von der Universität abgelehnt. Deshalb fristet der IFC erst einmal ein Dasein als »Umlandpendler«, die Heimspielstätte liegt in Wahrstorf, im Landkreis Rostock. Das ist alles andere als optimal, möchte der Klub doch sein Engagement nach außen tragen. Man denkt da an Vorträge und Lesungen und möchte mit politischen Initiativen und Netzwerken zusammenarbeiten. Mittelfristig ist der Aufbau einer Jugend- und Frauenfußballmannschaft geplant. Außerdem will man ein sportliches Angebot für Flüchtlinge und Migranten schaffen. Für Liebig »soll Fußball endlich im 21. Jahrhundert ankommen. Denn Fußball und Politik ist eindeutig ein untrennbares Ding.«

Bislang konnte der IFC einen ersten Turniersieg feiern, beim antirassistischen Fußballturnier »Noch nicht komplett im Arsch«-Cup in Parchim. Von Dirk Hogess,  Quelle: junge Welt

Die letzten zwei Startplätze für die Vorrunde der 6. OZ-Sportbuzzer Rostocker Stadtmeisterschaft sind vergeben. Gestern Nacht endete das Voting für die zwei Wildcards, die an die Rostocker BSG (Kreisliga) und den Internationalen FC Rostock (2. Kreisklasse) gehen.

Am Ende haben bei der Abstimmung im OZ-Sportbuzzer kleine Nuancen das Rennen entscheiden. Lange hatte der IFC (2. Platz/29,0 Prozent) das Voting angeführt, wurde auf den Zielgeraden noch von der BSG (1. Platz/29,3 Prozent) eingeholt. Der Klub aus der 2. Kreisklasse konnte dennoch den zweiten Platz behaupten und das mit einer Stimme Vorsprung auf die drittplatzierte SG Fiko Rostock (28,9 Prozent), die leider leer ausgegangen ist. Eine sehr bittere Pille für den Traditionsklub! Ebenfalls nicht dabei sein werden der FC Rostock United (4. Platz/7,4 Prozent) und der FC Nebelküste Rostock (5. Platz/5,4 Prozent).Die Vorrunde der Stadtmeisterschaft steigt am 30. Dezember um 18.00 Uhr in der Ospa-Arena. Neben den beiden Gewinnern der Abstimmung gehören noch der SV Warnemünde (Landesliga), der PSV Rostock, die HSG Warnemünde, der SV Hafen Rostock (alle drei Landesklasse), die SG Motor Neptun, der ESV Lok Rostock, der FSV Nordost Rostock (alle drei Kreisoberliga)

und der TSV Rostock (1. Kreisklasse) zum Teilnehmerfeld.

Die fünf besten Teams aus dem Qualifikationsturnier dürfen bei der Endrunde mitmischen, die am 7. Januar 2017 ebenfalls in der Ospa-Arena ausgetragen wird. Für dieses Turnier sind der FC Förderkader, der Rostocker FC (beide Verbandsliga) und der UFC Arminia Rostock (Kreisoberliga) bereits gesetzt. Quelle: Johannes Weber OZ Sportbuzzer

Der IFC Rostock wurde im Jahr 1899 unter der Bezeichnung Internationaler FC Rostock gegründet. 1914 fusionierte der Club mit der Rostocker Turngenossenschaft zum Rostocker TSV. Nach dem 1919 erfolgten Beitritt des MTV 1860 Rostock vollzog die Fußballabteilung im Jahr 1923 eine Reinliche Scheidung, und trat in der Folgezeit als Rostocker SV 1899 in Erscheinung.

Auf sportlicher Ebene war der Club in den Meisterschaften des Mecklenburgischen Fußball-Bundes sowie der Fußball-Oberliga Lübeck-Mecklenburg aktiv. Größter Erfolg der Vereinsgeschichte war die 1909 erreichte Endrunde des Norddeutschen Fußball-Verbandes, in der Rostock im Viertelfinale Holstein Kiel mit 2:12 unterlag.

In der Folgezeit spielte der Club in Rostock hinter den Lokalrivalen der WKG Heinkel Rostock, dem Rostocker FC sowie Arado Warnemünde keine Rolle im höherklassigen Fußball, etwaige Teilnahmen an der Gauliga Mecklenburg fanden nicht statt. Eine Neugründung wurde nach 1945 nicht vollzogen.

Falsch!  Seit 2016 gibt es den IFC von 1899 Rostock wieder. Spielstätte ist der Fussballplatz in Wahrstorf

... Heimtrikot ...

... Auswärtstrikot ...

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2. Kreisklasse /Warnow Kreis

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